Reisekrankheiten - und was dagegen tun?

Die meisten Reisekrankheiten sind vom Reisenden selbst verursacht und haben kaum mit dem Hygienestatus des Reiselandes zu tun!

Faktoren für eine Reiserkrankung:

  • Temperatur-/ Klima-Unterschied: z.B. zuhause 10°C - im Zielland +30° (40° Unterschied unter wenigen Stunden!), Luftfeuchtigkeit z.B. zuhause im Haus im Winter 45 % rel. Luftfeuchte - im Zielland 90 % oder ev. nur 15 - 20%

  • Trockene Luft im Flugzeug: meist nur ca. 10 % rel. Luftfeuchte - also extrem wenig! - Während des Fluges viel Trinken - Wasser ist umsonst!

  • Stress: Reisen ist Stress - durch die Umstellung vom (Arbeits-)Alltag zur Reise ändern sich die meisten Abläufe, damit muss der Körper fertig werden - Abhilfe: einen Tag vorher Urlaub nehmen, Checkliste durchgehen und Kofferpacken am Tag vor der Abreise. Sich nicht selbst fertig machen - der Gruppenleiter / Reiseleiter weiss meistens guten Rat und hat nützliche Informationen - auch eine gute Reisevorbereitung schützt vor Stress (für viele ist es wichtig zu wissen, was auf sie zukommt)

  • Impfungen: mit seinem Hausarzt besprechen - bei geführten und gut organisierten Reisen (besonders zu den idealen Reisezeiten) besteht wenig Gefahr durch Infektionen

  • Hygiene, Essen: wird meist überschätzt - die Gefahr geht meist nicht (nur oder manchmal gar nicht) von der mangelnden Hygiene aus, sondern oft vom Unverstand der Reisenden! Natürlich gilt der Grundsatz "nur gekocht oder geschält, sonst lass es" - die meisten Probleme entstehen aber durch die abrupten Änderungen der Essgewohnheit - z.B. zuhause kaum Frühstück, Abendessen sehr früh - auf Reisen mächtiges Frühstück, extrem spätes Abendessen oder z.B. durch "All-Inclusive", wo viele glauben alles und ständig in riesigen Mengen in sich hineinstopfen zu müsses - weil im Preis dabei - und sich dann über Probleme wundern!

  • Eine gute Regel ist: Essen, wann und was die Einheimischen essen, trinken, was sie trinken - in heißen Ländern vielleicht mal ohne oder nur wenig Fleisch, fettarm - ballaststoffreich (Brot!!), Tee trinken (oder Bier = isotonisch, Cola = desinfiziert und ist ein guter Energielieferant - kein Zero-Cola!), ev. auch kleinverpacktes Salzgebäck (hoher Salzverlust durch starkes Schwitzen möglich), Wasser nur originalverpackt und auch ausreichend - das sind in heißen Ländern auch mehrere Liter am Tag! - die Einheimischenguides wissen am besten Bescheid und sorgen meist für Nachschub!

  • Niveau der Lokale / Hotels: natürlich spielt das eine Rolle - bei gehobenem Niveau hat man mit weniger Problemen zu rechnen als bei Schnäppchen, gute Reisebüros kennen "ihre" Häuser/Hotels, gute Guides kennen "ihre" Lokale - hier nicht sparen!

  • Trinktemperatur: "Tiere trinken im Winter kalt und im Sommer warm und verkühlen sich nie" - ein guter Tipp auch für Menschen - besonders im Urlaub! Der Körper reagiert auf gekühlte Getränke durch Wärmeproduktion - der kalte Mageninhalt muss aufgeheizt werden, das belastet den Stoffwechsel noch zusätzlich!

  • Schnaps: eine "Glaubensfrage" - wer daran glaubt, dem hilft es! Medizinisch gesehen völlig wirkungslos - biologisch gibt es eine Wirkung: wer vor jedem Essen Schnaps trinkt, hat zumindest einen "alkoholischen Grundpegel", der die Reise unbeschwerter macht - Alkohol enthemmt bekanntlich.

  • Insekten- und Sonnenschutz: ist wesentlich! Viele unliebsame Infektionen beginnen mit einem Insektenstich - daher einen guten Insektenspray, aber auch hier gilt: in der idealen Reisezeit gibt es kaum Probleme! Sonnenschutz ist in heißen Ländern aus mehreren Gründen extrem wichtig: bei Reisen im Winter in den Süden ist die Haut nicht auf die hohe Sonnenintensität vorbereitet - daher Sonnenschutz mit sehr hohem LSF verwenden (30 - 50!), dazu unbedingt eine Kopfbedeckung mitnehmen, auch lange dünne Stoffbekleidung schützt vor Hitze, Insekten und Sonnenbrand, auch eine Sonnenbrille sollte nicht fehlen!

  • Obst: waschen bringt nichts oder sogar das Gegenteil, da oft das Wasser mehr Keime hat als das Obst selbst - nur Obst essen, das man selber schält (z.B. Bananen, Orangen).

  • Klimaanlagen: führen häufig zu schweren Erkältungskrankheiten, diese treten entweder schon am folgenden Tag als Verkühlung / Rachenentzündung oder bis zu mehreren Tagen später als grippaler Infekt / Grippe / Lungenentzündung auf - wenn schon eine Klimaanlage verwendet wird, die Leistung möglichst drosseln oder ausschalten oder die Temperatur möglichst hoch wählen und das Gebläse möglichst reduzieren (besser ein bisschen schwitzen als auch nur ein bisschen frieren!)

Wer auf seinen Körper schaut und hört, ihn nicht unnötigt belastet und diese einfachen Grundsätze beachtet, wird kaum Probleme mit Reisekrankheiten haben!